Ostfriesentee – aber bitte mit Sahne

Bei Ostfriesentee handelt es sich um eine spezielle und vor allem kräftige Teemischung, die speziell in Ostfriesland getrunken wird und auch dort erstmals zusammengemischt wurde.

Auch wenn man es nicht glauben mag, die Menschen, die am meisten Tee trinken das ganze Jahr über leben nicht etwa in Großbritannien oder in China. Nein, sie leben in Ostfriesland, also im Nordwesten von Deutschland. Rund 300 Liter Tee im Jahr trinken die Menschen in dieser Region Deutschlands im Jahr. Bei so viel Teekonsum ist es nicht verwunderlich, dass es in Ostfriesland eine eigene Teekultur gibt. Diese Teekultur beinhaltet neben einer eigenen ostfriesischen Teezeremonie auch eine eigene Teemischung, den Ostfriesentee vom Teepalast.Schwarzer Tee

Der echte Ostfriesentee

Die echte Ostfriesenteemischung besteht aus zehn oder sogar noch mehr Sorten Schwarzen Tee. Hinzu kommen noch einmal weitere ca. zehn andere Teesorten. In Ostfriesland gibt es einige große Teehandelshäuser, die Jahr für Jahr neue Mischungen zusammenstellen und jeweils ihre eigene Teemischung anbieten. Als Ostfriesentee bezeichnet werden darf nur ein Tee, der auch in Ostfriesland zusammengemischt wurde. Allerdings ist die Bezeichnung Ostfriesentee bis zum heutigen Tage nicht geschützt. Aus diesem Grund mischen viele Hersteller mit einem Sitz außerhalb von Ostfriesland auch Schwarzteemischungen, die sie dann unter dem Namen Ostfriesentee oder als Ostfriesische Mischung im Handel anbieten. Charakteristisch für den echten aus Ostfriesland stammenden Tee ist, dass diese Mischung auch ideal geeignet ist für das kalkarme Wasser, wie es in Ostfriesland vorkommt.

Die kleine ostfriesische Teezeremonie

Zudem muss die echte Ostfriesenteemischung auch korrekt zubereitet werden. Traditionell wird die Ostfriesenteemischung in einer bauchigen Kanne zubereitet. Diese Kanne muss zunächst mit heißem Wasser ausgespült werden. Denn die Kanne muss gut vorgewärmt sein. Pro Liter Wasser werden anschließend zehn Gramm Teeblätter der Ostfriesenmischung in die Kanne gegeben. Die Teeblätter werden dann mit der entsprechenden Menge kochendem Wasser übergossen. Der Aufguss muss vier Minuten ziehen. Danach wird noch einmal kochendes Wasser dazu gegeben bis die Kanne voll ist. Damit der Tee nicht zu schnell abkühlt, wird die Kanne auf ein Stövchen gestellt. Damit der Tee nicht zu bitter wird, ist es üblich, dass die Teeblätter mit der Hilfe von einem Sieb entfernt werden. Dafür wird eine zweite Kanne verwendet. Genossen wird der Tee schließlich im Rahmen dieser kleinen Teezeremonie in dünnwandigen Tassen. Oft verwendet wird als Teeservice in Ostfriesland mit einem blauen oder einem roten Dekor. Weit verbreitet ist das „Ostfriesischen Rose“-Dekor. Zum Teeservice gehören zudem ein Sahnekännchen, ein Sahnelöffel und eine Zuckerdose mit Zange. Zum Versüßen des Tees werden gerne zwei große Stücke weißer Kandis verwendet.